Geld gespart

Na, da hab ich doch von vornerein Recht gehabt!
Zumindest wenn ich die vielen Blogeinträge zu Frank Miller´s Comicverfilmung 300 lese. Ich danke den AutorInnen, dass ich so etwas Geld sparen kann oder doch lieber einen guten Film im Kino sehen werde.

Der Filmblog. ist gleich 1, 2, 3 mal zu empfehlen. Sehr ausführlich wirds bei agitpop. Mehr Quellen findet ihr schon selbst.

Und das Video, das im Filmblog. schon gepostet ist, muss ich unbedingt klauen.
Gefällt mir viel besser als der Trailer ;-)

Faster, Pussycat! Kill! Kill!

Faster Pussycat! Kill! Kill!Ein Lieblingsfilm von John Waters (ein weiterer Artikel folgt in Kürze!) soll übrigens Faster, Pussycat! Kill! Kill! von Russ Meyer aus dem Jahr 1965 sein. Ich finde den Regisseur und die Darstellung der Frauen in dem Film eher kritisch, habe den Film aber auch noch nicht ganz gesehen und freue mich deshalb auf heute Nacht.
Denn arte zeigt den Film in der zur Zeit laufenden Trash-Reihe heute um 00:10 Uhr, die Wiederholung ist am 1.April um 00:30 Uhr. Ein Text zum Film auf den arte-Seiten lässt auch bezüglich des Frauenbildes hoffen. Ich klaue den einfach mal von hier:

Mit „Faster, Pussycat! Kill! Kill!“ mixt Russ Meyer – bekannt als Softporno-Filmemacher mit einer ausgeprägten Schwäche für große Oberweiten – einen wilden Cocktail aus Action, Sex und Gewalt. Tura Satana in der Rolle der diabolischen Varla stellt erstmals in einem Russ-Meyer-Film eine Frauenfigur dar, die nicht devotes Sexobjekt ist, sondern die sich – prügelnd, mordend und sexuell aggressiv – gegen die Männerwelt auflehnt. Anders als in vielen anderen Filmen frönt Russ Meyer zwar auch hier seiner Vorliebe für vollbusige Frauen, doch „Faster, Pussycat! Kill! Kill!“ enthält nicht eine einzige explizite Nacktszene. Die Erotik bleibt stets in der Andeutung, außerhalb der Bildfläche – und ist gerade darum omnipräsentes Charakteristikum des Films. Nach „Lorna“ (1964), einem Drama in Schwarz-Weiß, führt der Filmemacher auch in dieser Low-Budget-Produktion, die in nur einer Woche gedreht wurde, neue Motive und Themen ein, die spätere Produktionen dominieren: Die zentrale Frauenfigur mit drallem Busen, das Thema der sexuellen Frustration und ihre gewalttätige Entladung, die schonungslose Darstellung eines einfältigen ländlichen Kleinbürgertums und die Konfrontation mit einer durch unumstößliche Moralvorstellungen verhärteten Ordnung.
„Faster, Pussycat! Kill! Kill!“ avancierte in den 80er Jahren durch seine Thematisierung weiblicher Dominanz und Gewalt zum häufig zitierten Kultfilm, mit dem Russ Meyer sich ebenso überzeugte Fans wie Feinde schaffte.

Auf jeden Fall kritisch ist aber (mal wieder!) der deutsche Titel des Films: „Die Satansweiber von Tittfield“. Wie gut, dass arte den Film OmU zeigt!
Auch gebloggt wurde über den Film z.B. hier und hierund hier und hier.

Teknolust + The Departed

Heute (oder gestern) habe ich zwei Filme gesehen die unterschielicher eigentlich nicht sein können, aber beide absolut TOP sind.

Zuerst habe ich den Sci-Fi-Gentech-feministischen-Liebes-Komödie-Film Teknolust von Lynn Hershman Leeson geguckt, in dem eine meiner LieblingsschauspielerInnen Tilda Swinton die 4 Hauptrollen spielt. Ja wirklich, sie spielt gleich vier Rollen in einem Film, nämlich eine „mausgraue“ Wissenschaftlerin und deren drei Klone. Doch diese sind ein geheimes, nicht genehmigtes Projekt, und deshalb leben die drei Klone quasi in Isolation. Zur Außenwelt haben sie nur über das Internet Kontakt und wenn eine von ihnen auszieht, um Männer zu verführen. Denn wenn das „Spermometer“ Alarm schlägt muss wieder neuer Samen her, durch den die Klone das für sie lebensnotwendige Y-Chromosom erhalten (keine Angst, is nicht ekelig, sie spritzen sich das im Kondom erbeutete Sperma ganz steril in die Hand). Doch es ist ein Virus im System (Computerviren können auf lebende Organismen übertragen werden), wodurch alle verführten Männer nach dem unverhofften Sexabenteuer impotent werden und einen „Ausschlag“ in Form eines Barcodes auf der Stirn (*g*) bekommen. Und so besteht die Gefahr, dass im Laufe der Ermittlungen gegen diese Epidemie das ganze Projekt aufgedeckt wird…
Neben dieser Haupthandlung gibt es viele kleine Anspielungen, Symboliken, Metaphern (übertreibe ich damit?), die immer wieder Themen wie Selbstbestimmung, Emanzipation und Feminismus ansprechen. Und auch die Gender-Thematik wird berührt, denn z.B. sind alle vier Hauptrollen zwar genetisch identisch, gleichzeitig aber völlig unterschiedliche Typen und Persönlichkeiten. Merke: es gibt keine einheitliche Frauenrolle (und trotzdem sisterhood;-) )! Außerdem geht es um Liebe, AußenseiterInnentum, Selbstfindung, und Nerds kommen auch nicht zu kurz. Eigentlich genau der richtige Film für sv. ;-) Aber auch für alle anderen ein ruhiges, gemütliches, aber lustiges MUSS.
Teknolust kommt übrigens auch bald wieder im Fernsehen: am Montag, dem 26.3. um 0:45 auf ZDF und die Wiederholung am 28.3. um 22:00 im ZDF-dokukanal.
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ae fond kiss – just a kiss

Seit ich Land and Freedom gesehen habe, ist Ken Loach ja einer meiner LieblingsregisseurInnen! Und so musste ich natürlich auch den aktuellen Film The Wind That Shakes The Barley gucken. Dazu will ich aber gar nicht viel schreiben, sondern lieber auf das umfangreiche Filmheft verweisen. Außerdem wurde darüber schon z.B. hier und hier und hier gebloggt und sehr ausgiebig hier rezensiert. Gut abgeschnitten hat der Film bei KritikerInnen und BloggerInnen meistens nicht, nur in Cannes gab es letztes Jahr die Goldene Palme, und mir hat er auch gut gefallen.
Kurz nach The Wind That Shakes The Barley ist es mir dann endlich gelungen Just a Kiss (Originaltitel: ae fond kiss, entlehnt aus dem gleichnamigen Lied des schottischen Dichters Robert Burns von 1791, in dem sich ein Paar trotz der Liebe zueinander trennen muss) zu gucken, den ich 2004 leider nicht im Kino gesehen hatte. Im Prinzip ist es ein Liebesfilm, aber so ein plumpes Genre reicht für einen Ken Loach-Film natürlich nicht aus. Denn es geht eben nicht nur um eine Liebesgeschichte, sondern vor allem auch um 1. den kulturellen Hintergrund der ProtagonistInnen und 2. den sozialen Lebensraum in dem sie sich bewegen. Es geht also um eine irisch-katholische Frau und einen jungen Moslem mit historisch-pakistanischem Migrationshintergrund, die sich im protestantischen England begegnen und verlieben. So weit, so gut. Aber natürlich gibt es Schwierigkeiten; zum Einen von katholisch-kirchlicher Seite, zum Anderen von der traditionalistischen muslimischen Familie. So muss die Lehrerin Roisin (Eva Birthistle) für ihren „freizügigen“ Lebensstil die Konsequenzen in Form einer Versetzung in Kauf nehmen, Casim (Atta Yaqub) muss sich zwischen ihr (und damit seiner eigenen Emanzipation) und seiner Familie entscheiden. Und dabei müssen beide auch noch miteinander auskommen, sich gegenseitig verstehen, über (kulturelle) Kommunikationshindernisse hinweg kommen, und zueinander stehen. Weiterlesen

John Waters

John WatersNach der wundervollen Doku „Schau mir in die Augen, Kleiner“ habe ich große Lust bekommen Filme von John Waters zu sehen. Dabei war ich überrascht in meiner unübersichtlichen und unsortierten Videosammlung neben Cry Baby noch einen Film zu finden: Pecker. Klar wusste ich, dass ich den Film habe, aber eben nicht, dass der auch von John Waters ist. Jetzt wurde mir der Film durch dieses Wissen natürlich um einiges klarer ;-) Schnell hab ich mir noch einige andere Filme bestellt und geliehen… (und, ich geb’s zu, in ziemlich verwirrender Reihenfolge gesehen) Weiterlesen

Sacha Baron Cohen`s Bruno

Für 2008 ist geplant den Charakter „Bruno“ des Komikers Sasha Baron Cohen ins Kino zu bringen. Bisher war Cohen hauptsächlich durch seine Darstellung der von ihm erschaffenen Charaktere und die dazugehörigen Kinofilme und TV-Formate Ali G (Da Ali G Show, Ali G in da House) und Borat bekannt. Jetzt soll auch der dritte Charakter, ursprünglich sein erstes Alter Ego, das bisher nur in der Ali G Show mit Reportage-Beiträgen namens funkyzeit mit Bruno auftrat, den Weg ins Kino finden. Bruno ist ein österreichischer schwuler Modereporter, der über Party, Mode, Homosexualitiät, etc. meist in Interviewform für den fiktiven Sender „Austria Gay-TV“ berichtet.

Oft wird Sasha Baron Cohen als politisch unkorrekt kritisiert. Aber muss gute Satire nicht genau so sein, um eben die political incorrectness zu entlarven und zu kritisieren? Es ist nunmal die Essenz von Ironie das Gegenteil der eigentlichen Aussage zu formulieren.

Ich finde die ziemlich perfektionistische Darstellung von Cohens Charakteren wirklich faszinierend. So ist er z.B. für seinen Film Borat überall, ob bei Pressekonferenzen, Vorführungen, Interviews, nur als Borat aufgetaucht und auch „privat“ nicht anders gesehen worden, soweit ich weiß. Er hat also für eine ganze Zeit quasi als Borat gelebt! Ein hartes und beeindruckendes Schauspiel. Bei Bruno beeindruckt auch das immer wieder einfließende Deutsch, das zum österreichischen Charakter gehört.

Ich freue mich sehr auf den Film, denn Bruno ist wirklich super witzig! Hier ist ein kleiner Vorgeschmack (weitere Videos können geyoutubet werden):

coming-out des kinos

Gestern kam auf arte der Themenabend „Das Coming-Out des Kinos“ und dabei der Dokumentarfilm Schau mir in die Augen, Kleiner. Erst am Donnerstag hatte diese Doku Premiere auf der Berlinale, und einen Tag später ist sie schon auf arte zu sehen; das nenne ich Service und sinnvollen Umgang mit Rundfunkgebühren. :-)

Schau mir in die Augen, Kleiner ist eine klar empfehlenswerte Dokumentation über die Geschichte des queeren Kinos. So hat es arte zumindest abgekündigt. Besonders queer war die Doku allerdings leider nicht. Die Berlinale bezeichnet den Film dann auch genauer als Geschichte des ”schwul-lesbischen” Kinos. Doch auch das stimmt nur teilweise, denn der lesbische Film kam mal wieder absolut zu kurz! Und die einzige Person, die sich als queer bezeichnet hat, um den heteronormativen Kategorien nicht zu entsprechen, war bezeichnender Weise eine aus der zu kurz gekommenen Lesbenfilm-Szene.

Trotzdem ist die Doku absolut sehenswert und berichtet von den ersten schwulen Filmen aus den 1920er Jahren, der staatlichen und gesellschaftlichen Verfolgung von queeren Menschen, den Schwierigkeiten von queeren Filmen und deren MacherInnen bis heute und führt schließlich zu der Frage warum ausgerechnet Brokeback Mountain zum großen Kinoerfolg wurde. Sie informiert aber eben hauptsächlich nur über die Geschichte des schwulen Films.