ae fond kiss – just a kiss

Seit ich Land and Freedom gesehen habe, ist Ken Loach ja einer meiner LieblingsregisseurInnen! Und so musste ich natürlich auch den aktuellen Film The Wind That Shakes The Barley gucken. Dazu will ich aber gar nicht viel schreiben, sondern lieber auf das umfangreiche Filmheft verweisen. Außerdem wurde darüber schon z.B. hier und hier und hier gebloggt und sehr ausgiebig hier rezensiert. Gut abgeschnitten hat der Film bei KritikerInnen und BloggerInnen meistens nicht, nur in Cannes gab es letztes Jahr die Goldene Palme, und mir hat er auch gut gefallen.
Kurz nach The Wind That Shakes The Barley ist es mir dann endlich gelungen Just a Kiss (Originaltitel: ae fond kiss, entlehnt aus dem gleichnamigen Lied des schottischen Dichters Robert Burns von 1791, in dem sich ein Paar trotz der Liebe zueinander trennen muss) zu gucken, den ich 2004 leider nicht im Kino gesehen hatte. Im Prinzip ist es ein Liebesfilm, aber so ein plumpes Genre reicht für einen Ken Loach-Film natürlich nicht aus. Denn es geht eben nicht nur um eine Liebesgeschichte, sondern vor allem auch um 1. den kulturellen Hintergrund der ProtagonistInnen und 2. den sozialen Lebensraum in dem sie sich bewegen. Es geht also um eine irisch-katholische Frau und einen jungen Moslem mit historisch-pakistanischem Migrationshintergrund, die sich im protestantischen England begegnen und verlieben. So weit, so gut. Aber natürlich gibt es Schwierigkeiten; zum Einen von katholisch-kirchlicher Seite, zum Anderen von der traditionalistischen muslimischen Familie. So muss die Lehrerin Roisin (Eva Birthistle) für ihren „freizügigen“ Lebensstil die Konsequenzen in Form einer Versetzung in Kauf nehmen, Casim (Atta Yaqub) muss sich zwischen ihr (und damit seiner eigenen Emanzipation) und seiner Familie entscheiden. Und dabei müssen beide auch noch miteinander auskommen, sich gegenseitig verstehen, über (kulturelle) Kommunikationshindernisse hinweg kommen, und zueinander stehen.
Just a Kiss hat mir wirklich sehr sehr gut gefallen, wozu auch das ausgiebige Interview mit Ken Loach beigetragen hat, das als Bonus auf der DVD enthalten ist. Hier wird z.B. nochmal herausgestellt, dass die pakistanischen Einwanderer schon längst in der 2. oder 3. Generation zur Normalität Englands gehören und die eigentliche Migrantin im Film die Irin Roisin ist. Außerdem konnte ich so noch erfahren, dass Loach das Label des politischen Films für sich ablehnt, was ich so nicht gedacht hätte, mir aber trotzdem keine Schwierigkeiten bereitet, da ich seine Filme immer als sozialkritisch bezeichne ;-)
Apropos Label: das deutsche Label für Ken Loach-Filme ist der sympathische kleine Filmverleih neue visionen; ruhig mal reinschauen.
Außerdem läuft seit dem 8.3.07 endlich die britische Dokumentation McLibel (2005), an der Ken Loach mitgewirkt hat, im österreichischen Kino. Ob und wann der Film ins deutsche Kino kommt, oder wenigstens als DVD veröffentlicht wird, ist unbekannt.

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