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Ich habe unter der Rubrik „MEHR“ (siehe links) meine persönlichen Top-Listen von Filmen, SchauspielerInnen und RegisseurInnen hinzugefügt. Normalerweise tue ich mich eher schwer überhaupt solch eine Auswahl zu treffen; es gibt einfach so viele unterschiedliche Genre, Typen und Bewertungsmaßstäbe die eine Top-Auswahl eigentlich unmöglich machen. Trotzdem mache ich mal diesen Versuch, wobei alle Listen ohne hierarchische Wertung zu lesen sind. Außerdem werden alle Listen immer wieder überarbeitet und verändert, erweitert und wieder gekürzt. Ihr könnt das Ganze auch gerne jeweils kommentieren.

Schlingensief-Night

Ha, ha, ha!

Ich wollte mit FreundInnen zusammen  eine Schlingensief-Filmnacht veranstalten, ohne dass irgendwer wirklich bereits Erfahrung mit dessen Filmen gesammelt hatte. Ich hatte schon so zwei oder drei Schlingensief-Filme gesehen und konnte mir vorstellen was auf mich zukommt. Allen andern habe ich halt was von german-trash, splatter, schlechte und dadaurch unterhaltsame Filme erzählt. Das Ergebnis:

Eine Person hat sich mit mir köstlich amüsiert. Zwar wurde der Film nicht wirklich verstanden (wenn das überhaupt irgendwie möglich sein soll), aber es war zumindest erheiternd. Alle anderen guckten sich ratlos an und waren ziemlich schockiert!

Wie kann so etwas sein, überhaupt existieren? Was soll hier gesagt werden? Gab es eine Story, einen roten Faden? Was soll das? – völlige Ratlosigkeit.

Die Christoph Schlingensief-Night ist also nicht über den einen (!) Film Das deutsche Kettensägenmassaker hinaus gekommen. Denn niemand  traute sich zu noch so einen Film auszuhalten. *g*

Ich bin gespannt, ob sich nochmal jemand dafür bereit erklärt andere Werke Schlingensiefs mit mir zu gucken. Denn ich weiß zwar auch nicht wirklich was damit anzufangen, interessiere mich aber trotzdem sehr für all die anderen Filme, die ja teilweise auch eine wirklich spannende Story (oder zumindest den Hintergrund für eine evtl. auftauchende Story) versprechen. Nur alleine kann ich mich auch nicht dazu überwinden solche Filme anzusehen ;-)

Alles in allem: wohl ein grandioser Erfolg im Sinne Christoph Schlingensiefs >>> verstörend !!!

Sacha Baron Cohen`s Bruno

Für 2008 ist geplant den Charakter „Bruno“ des Komikers Sasha Baron Cohen ins Kino zu bringen. Bisher war Cohen hauptsächlich durch seine Darstellung der von ihm erschaffenen Charaktere und die dazugehörigen Kinofilme und TV-Formate Ali G (Da Ali G Show, Ali G in da House) und Borat bekannt. Jetzt soll auch der dritte Charakter, ursprünglich sein erstes Alter Ego, das bisher nur in der Ali G Show mit Reportage-Beiträgen namens funkyzeit mit Bruno auftrat, den Weg ins Kino finden. Bruno ist ein österreichischer schwuler Modereporter, der über Party, Mode, Homosexualitiät, etc. meist in Interviewform für den fiktiven Sender „Austria Gay-TV“ berichtet.

Oft wird Sasha Baron Cohen als politisch unkorrekt kritisiert. Aber muss gute Satire nicht genau so sein, um eben die political incorrectness zu entlarven und zu kritisieren? Es ist nunmal die Essenz von Ironie das Gegenteil der eigentlichen Aussage zu formulieren.

Ich finde die ziemlich perfektionistische Darstellung von Cohens Charakteren wirklich faszinierend. So ist er z.B. für seinen Film Borat überall, ob bei Pressekonferenzen, Vorführungen, Interviews, nur als Borat aufgetaucht und auch „privat“ nicht anders gesehen worden, soweit ich weiß. Er hat also für eine ganze Zeit quasi als Borat gelebt! Ein hartes und beeindruckendes Schauspiel. Bei Bruno beeindruckt auch das immer wieder einfließende Deutsch, das zum österreichischen Charakter gehört.

Ich freue mich sehr auf den Film, denn Bruno ist wirklich super witzig! Hier ist ein kleiner Vorgeschmack (weitere Videos können geyoutubet werden):

myBlog

Irgendwie komisch.

Ich hatte zwar kein bestimmtes Ziel und vor allem keinen bestimmten Themenbereich für meinen blog vorgsehen, aber irgendwie ergibt sich das gerade so, dass ich hauptsächlich (oder ausschließlich) über Film & Fernsehen blogge. Das ist aber auch nicht mein Anliegen, mich auf ein Thema zu konzentrieren. Vielleicht erklärt sich das mit meiner langjährigen Leidenschaft für Film, für die ich bisher halt kein richtiges Forum hatte und eigentlich doch so viel zu sagen (gehabt) hätte. Vielleicht ergibt sich das auch von alleine, dass dieser Themenbereich mit der Zeit wieder abebbt. Vielleicht ist das auch völlig egal und ich stell mir einfach zu viele Fragen. Trotzdem: ich hab schon wieder drei oder vier neue Entwürfe gespeichert, die sich wieder mit Film und dem DrumRum beschäftigen. Mal sehen ob mir mit der Zeit auch mal was anderes einfällt. Einfach abwarten und Tee bloggen.

coming-out des kinos

Gestern kam auf arte der Themenabend „Das Coming-Out des Kinos“ und dabei der Dokumentarfilm Schau mir in die Augen, Kleiner. Erst am Donnerstag hatte diese Doku Premiere auf der Berlinale, und einen Tag später ist sie schon auf arte zu sehen; das nenne ich Service und sinnvollen Umgang mit Rundfunkgebühren. :-)

Schau mir in die Augen, Kleiner ist eine klar empfehlenswerte Dokumentation über die Geschichte des queeren Kinos. So hat es arte zumindest abgekündigt. Besonders queer war die Doku allerdings leider nicht. Die Berlinale bezeichnet den Film dann auch genauer als Geschichte des ”schwul-lesbischen” Kinos. Doch auch das stimmt nur teilweise, denn der lesbische Film kam mal wieder absolut zu kurz! Und die einzige Person, die sich als queer bezeichnet hat, um den heteronormativen Kategorien nicht zu entsprechen, war bezeichnender Weise eine aus der zu kurz gekommenen Lesbenfilm-Szene.

Trotzdem ist die Doku absolut sehenswert und berichtet von den ersten schwulen Filmen aus den 1920er Jahren, der staatlichen und gesellschaftlichen Verfolgung von queeren Menschen, den Schwierigkeiten von queeren Filmen und deren MacherInnen bis heute und führt schließlich zu der Frage warum ausgerechnet Brokeback Mountain zum großen Kinoerfolg wurde. Sie informiert aber eben hauptsächlich nur über die Geschichte des schwulen Films.

Frank Miller´s 300

Und auch eine neue Frank Miller Verfilmung kommt ins Kino! Ab 5.4. laufen die bewegten Bilder des Comicromans „300“ in den hiesigen Kinos an.

Frank Miller’s 300

Ich muss aber sagen, dass ich von der Vorschau ziemlich enttäuscht bin. Viel zu pompös und farbig und effektgeladen. Von der Story kommt auch nichts rüber, bzw. besteht sie vielleicht ja auch nur aus Krieg. Laaangweilig! Nach Sin City habe ich da weitaus mehr erwartet.

Nachtrag zu: Sin City rulez

Ich kann das so nicht stehen lassen, der lapidare Nebensatz der auf „sexistische Klischees“ verweist reicht einfach nicht aus.

Der Film ist geradezu überladen von sexistischen Klischees, insbesondere in der optischen Darstellung von Frauen, in der sie zu sexuellen Objekten degradiert werden. „Perfekte“ Körper in „sexy“ Posen, wie es in Comics nunmal leider zu Hauf vorkommt.

Andererseits ist durchaus auch festzustellen, dass alle Frauencharaktere keine Opferrollen einnehmen, sondern als selbstbestimmte Täterinnen agieren (nicht reagieren). Die eine Frau, die eine Opferrolle einnimmt und sich damit zur Verräterin macht, wird am Ende des Films hart dafür bestraft.

Trotzdem bleiben Frauen in Sin City immer nur Nebenrollen, die dem männlichen Helden zur Seite stehen. Film und Comic sind eben eindeutig aus einer männlich-sozialisierten sexistischen Sichtweise heraus entstanden, was die emanzipatorischen Elemente um ein Vielfaches überlagert.