FIGHT HOMOPHOBIA @ Ruhr-Reggae-Summer in Mülheim

„Three Days of Love, Peace and Music“ versprechen die Veranstalter des „Ruhr-Reggae-Summer“ (23. bis 25.07.2010) in Mülheim an der Ruhr. Doch was hat Reggae mit „Love and Peace“ zu tun, fragen wir uns angesichts der vielen Reggae-Künstler_innen, die auf der Bühne Frauenfeindlichkeit und Schwulenhass performen. Einer dieser Hassprediger spielt am nächsten Wochenende auf dem Ruhr Reggae Summer: Mr. Vegas. Wie Sizzla, Capleton und andere Sänger, ruft auch Mr.Vegas zum Mord an Schwulen auf.

mehr infos auf: http://fighthomophobia.blogsport.de

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Sizzla Konzerte verhindern!

Lesben und Schwule, ich sage, tot sollen sie sein. Ich traue Babylon für keine Sekunde. Ich gehe und erschieß Schwule mit einer Waffe.

Dies ist eine von vielen Textzeilen des Reggae-Stars Sizzla, die zu Mord an Schwulen und Lesben aufrufen. Sizzla will in diesen Monat durch Deutschland touren. Nachdem in Hamburg bereits ein Konzert abgesagt wurde, gibt es jetzt noch ein zweites Konzert in Wuppertal.

Da der Wuppertaler U-Club in regelmäßigen Abständen solche Konzerte veranstaltet, wurde die Kampagne U-Club dichtmachen ins Leben gerufen. Diese bemüht sich die homophoben Auftritte zu verhindern, aber auch längerfristig auf die Location Druck auszuüben. Es sind mehrere kreative Aktionen geplant.

In Berlin organisiert das Bündnis smash homophobia eine Demonstration gegen das Konzert.

Außerdem gibt es noch in München und Stuttgart Konzerttermine, die nur darauf warten abgesagt werden.
Achtet auf weitere Ankündigungen für Proteste gegen die einzelnen Konzerte oder startet selber was in den einzelnen Städten!!!

Die Tourdaten sind:

25.11. Wuppertal – U-Club
26.11. Berlin – Kesselhaus
27.11. München – Backstage
28.11. Wuppertal – U Club
29.11. Stuttgart – Zapata

Fight homophobia!


+++ Update +++
In Wuppertal protestierten etwa 50 Personen gegen den ersten Auftritt von Sizzla, der aber ohne Zwischenfälle stattfand. Am Samstag folgt der zweite Anlauf.
In Berlin gab es kurzfristige Verwirrungen, nachdem das Kesselhaus das Konzert abgesagt hatte und spontan in Huxley’s Neue Welt verlegt werden sollte. Dort wurde sich aber letztlich ebenfalls gegen die Durchführung eines homophoben Konzerts entschieden. Voller Erfolg also :)

Queer-feministischer Kalender 2010

Endlich kann der erste queer-feministische Kalender für das Jahr 2010 bestellt werden!

fight homophobia!

…for example like this ;)

Sacha Baron Cohen`s Bruno

Für 2008 ist geplant den Charakter „Bruno“ des Komikers Sasha Baron Cohen ins Kino zu bringen. Bisher war Cohen hauptsächlich durch seine Darstellung der von ihm erschaffenen Charaktere und die dazugehörigen Kinofilme und TV-Formate Ali G (Da Ali G Show, Ali G in da House) und Borat bekannt. Jetzt soll auch der dritte Charakter, ursprünglich sein erstes Alter Ego, das bisher nur in der Ali G Show mit Reportage-Beiträgen namens funkyzeit mit Bruno auftrat, den Weg ins Kino finden. Bruno ist ein österreichischer schwuler Modereporter, der über Party, Mode, Homosexualitiät, etc. meist in Interviewform für den fiktiven Sender „Austria Gay-TV“ berichtet.

Oft wird Sasha Baron Cohen als politisch unkorrekt kritisiert. Aber muss gute Satire nicht genau so sein, um eben die political incorrectness zu entlarven und zu kritisieren? Es ist nunmal die Essenz von Ironie das Gegenteil der eigentlichen Aussage zu formulieren.

Ich finde die ziemlich perfektionistische Darstellung von Cohens Charakteren wirklich faszinierend. So ist er z.B. für seinen Film Borat überall, ob bei Pressekonferenzen, Vorführungen, Interviews, nur als Borat aufgetaucht und auch „privat“ nicht anders gesehen worden, soweit ich weiß. Er hat also für eine ganze Zeit quasi als Borat gelebt! Ein hartes und beeindruckendes Schauspiel. Bei Bruno beeindruckt auch das immer wieder einfließende Deutsch, das zum österreichischen Charakter gehört.

Ich freue mich sehr auf den Film, denn Bruno ist wirklich super witzig! Hier ist ein kleiner Vorgeschmack (weitere Videos können geyoutubet werden):

coming-out des kinos

Gestern kam auf arte der Themenabend „Das Coming-Out des Kinos“ und dabei der Dokumentarfilm Schau mir in die Augen, Kleiner. Erst am Donnerstag hatte diese Doku Premiere auf der Berlinale, und einen Tag später ist sie schon auf arte zu sehen; das nenne ich Service und sinnvollen Umgang mit Rundfunkgebühren. :-)

Schau mir in die Augen, Kleiner ist eine klar empfehlenswerte Dokumentation über die Geschichte des queeren Kinos. So hat es arte zumindest abgekündigt. Besonders queer war die Doku allerdings leider nicht. Die Berlinale bezeichnet den Film dann auch genauer als Geschichte des ”schwul-lesbischen” Kinos. Doch auch das stimmt nur teilweise, denn der lesbische Film kam mal wieder absolut zu kurz! Und die einzige Person, die sich als queer bezeichnet hat, um den heteronormativen Kategorien nicht zu entsprechen, war bezeichnender Weise eine aus der zu kurz gekommenen Lesbenfilm-Szene.

Trotzdem ist die Doku absolut sehenswert und berichtet von den ersten schwulen Filmen aus den 1920er Jahren, der staatlichen und gesellschaftlichen Verfolgung von queeren Menschen, den Schwierigkeiten von queeren Filmen und deren MacherInnen bis heute und führt schließlich zu der Frage warum ausgerechnet Brokeback Mountain zum großen Kinoerfolg wurde. Sie informiert aber eben hauptsächlich nur über die Geschichte des schwulen Films.